Gut Pfad!

In grauen Hemden und Lederhosen.

Unsere Zeit waren vor allem das Frühjahr und der Sommer. Wenn die Natur wieder geradezu verschwenderisch ihr reichhaltiges Angebot an Farben, Düften und Geräuschen in die länger werdenden Tage investierte. Wenn in den Mooren, Feldern und Wiesen rund um Cadenberge das Blühen und Wachsen begann.

Wenn im von Bremerschen Gutspark die Buchen, Eichen und Kastanien ihre Laubdächer ausbreiteten und vor allem, wenn das Tannengehölz im Wingster Wald wieder zum Wechselspiel von Licht und Schatten einluden, wo Farne, Moose, Hecken und Sträucher üppige Verstecke und Brut- und Nistplätze für allerlei Hoch- und Niederwild bereit hielten.

Jedes Jahr zwischen April und September verging wohl kaum eine Woche, in der wir Pfadfinder nicht in unseren Lederhosen und den grauen Hemden mit dem blauen Halstuch und dem Lilien-Abzeichen irgendwo dort zum Geländespiel, auf einer Wanderung oder mit dem Fahrrad unterwegs waren.

Wir konnten den Bussard vom Habicht unterscheiden und wir hatten gelernt, durch die genaue Beobachtung des Baumbewuchses die Himmelsrichtungen zu bestimmen.

“Der Wald ist unsere Liebe, der Himmel unser Zelt.
Ob heiter oder trübe, wir fahren in die Welt…..“

In einem Lied der Wandervogelbewegung aus den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde es gut beschrieben, was auch wir Cadenberger Pfadfinder in den Jahren zwischen 1963 und 1970 gefühlt und erlebt haben.

Daran wollen wir erinnern.

Und wir wollen dazu anzuregen, den Spaß und die Freude an abenteuerlichen Spielen und Fahrten, an Lagerfeuer und Gesang, an spannenden Gesprächen und Erzählungen über Gott und die Welt, an aufregenden Naturerlebnissen und an Freundschaft und Solidarität als wichtige Erfahrung aus der Jugendzeit hoch zu schätzen und sich als Wert zu erhalten.

Und wenn der eine oder die andere beim Stöbern in den Fotos und Texten einen Freund, Nachbarn, Vater oder Opa als jugendlichen „Naturburschen“ wieder entdeckt, dann kann auch dies durchaus als Sinn und Zweck unseres kleinen Erinnerungsprojekts verstanden werden.

Dietmar und Rüdiger (Rudi) Zimmeck, im Sommer 2021